Jüdischer Friedhof.

Der älteste Grabstein ist von 1817, die letzte Bestattung fand 1939 statt.

Strenger Tod wie bist du so keck. Nimst den Vater von 8 Kinder weg. Sind alle noch so jung und klein. Und mussten schon ohne Vater sein. Zum ehrenden Andenken gewiedmet unserm treuen Gatten und Vater Simon Braunschweig, geb. d.6. April 1835 gest. d.1. Juni 1881.

Menora heißt Leuchter. Oft ist mit dem hebräischen Wort der besondere jüdische Leuchter mit den sieben Armen gemeint. Er erhellte früher zuerst das Stiftszelt und später die Tempel in Jerusalem. Dort stellte er für Juden die Anwesenheit Gottes dar, denn Gott ist für Juden das Licht. Laut Überlieferung begleitete er sein Volk sogar als Feuersäule durch die Wüste. Die Menora ist daher ein sehr altes jüdisches Symbol und steht sogar im Staatswappen Israels.

Segnende Priesterhände als Symbol auf Grabsteinen jüdischer Friedhöfe weisen auf die Abkunft aus dem aaronidischen Priestergeschlecht der Kohanim hin. Diese waren im Tempel für die Darbringung der Opfer zuständig und sprachen den
Segen über das Volk.

Der Friedhof ist für die Juden ebenso bedeutsam wie die Synagoge. Das zeigt sich auch daran, dass die Männer den Friedhof nicht ohne Kopfbedeckung betreten dürfen. Wie der Name „Haus der Ewigkeit“ andeutet, soll der Tote an diesem Platz in Ewigkeit ruhen dürfen.
Den Toten darf der Ruheort nicht genommen werden, da sie auf die Auferweckung „am Ende der Tage“ und auf ein ewiges Leben von Leib und Seele warten. Der jüdische Friedhof ist somit unantastbar. Eine Umbettung oder Neubelegung der Totenstätte, wie es häufig
auf christlichen Friedhöfen der Fall ist, ist hier undenkbar.

Die Toten liegen hier anders als auf christlichen Friedhöfen hinter den Grabsteinen.

Der jüdische Friedhof soll auch das Prinzip der Vergänglichkeit widerspiegeln. Aus diesem Grunde gibt es keinen Blumenschmuck
oder auf Hochglanz polierte Grabsteine.

Poh nikbár – Hier ruht – P.N. Poh nitmán – Hier ist bestattet– P.N.
Die fünf Buchstaben T.N.Z.W.H. stehen für den Satz: „Te’hi Nischmató zrurá Bi’zrór Ha’Chajim“
Möge seine Seele gebündelt sein im Bunde des ewigen Lebens.

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Den Standort gebe ich nicht bekannt, um Schändung zu vermeiden. Fotografiert 2022.

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